Onlineshop starten

Was ist Dropshipping? So funktioniert es, Kosten und Regeln

Was ist Dropshipping? Es ist Onlinehandel ohne eigenes Lager: Ein Kunde bestellt in Ihrem Shop, und Ihr Lieferant schickt die Ware direkt an ihn. Dieser Ratgeber erklärt, wie das funktioniert, welche Vor- und Nachteile es hat, was Sie verdienen und ausgeben, wie Sie einen Lieferanten finden und welche Regeln für Sie als Händler in Deutschland gelten.

Aktualisiert 20. Oktober 2026 9 Min. Lesezeit
Kurz gesagt
  • Beim Dropshipping verkaufen Sie, und ein Lieferant lagert und versendet die Ware.
  • Sie brauchen kein Lager und kaufen nichts im Voraus, haben aber weniger selbst in der Hand.
  • Ihre Marge ist Verkaufspreis minus Einkaufspreis, und davon gehen Ihre übrigen Kosten noch ab.
  • Sie sind der Verkäufer: Widerrufsrecht, Gewährleistung und Produktsicherheit liegen bei Ihnen.
  • Bei Ware von außerhalb der EU fallen Einfuhrumsatzsteuer und seit 1. Juli 2026 eine Zollpauschale an.

Was ist Dropshipping?

Dropshipping ist eine Verkaufsform, bei der Sie die Ware nicht selbst lagern. Sie kümmern sich um den Shop, das Marketing und den Kundenservice. Ein Lieferant, oft ein Großhändler oder Hersteller, hat die Ware auf Lager und versendet jede Bestellung direkt an Ihren Kunden. Für Ihren Kunden sieht das aus wie jeder andere Onlineshop. Er kauft bei Ihnen, bezahlt Sie und meldet sich bei Ihnen, wenn etwas schiefgeht. Das ist wichtig: Rechtlich sind Sie der Verkäufer, nicht Ihr Lieferant.

So funktioniert Dropshipping, Schritt für Schritt

Jede Dropshipping-Bestellung läuft ungefähr gleich ab. Je schneller jeder Schritt geht, desto besser für Ihren Kunden.
  • Ein Kunde bestellt und bezahlt in Ihrem Shop
  • Sie geben die Bestellung an Ihren Lieferanten weiter, von Hand oder über eine Schnittstelle
  • Sie zahlen dem Lieferanten den Einkaufspreis
  • Der Lieferant verpackt die Bestellung und schickt sie an Ihren Kunden
  • Sie teilen die Sendungsverfolgung und kümmern sich um Fragen und Retouren

Vor- und Nachteile von Dropshipping

Die Vorteile liegen auf der Hand. Sie brauchen kein Lager und haben keine Lagerkosten. Sie kaufen erst ein, wenn ein Kunde bezahlt hat, und bleiben nicht auf unverkaufter Ware sitzen. Sie verpacken und versenden nichts selbst und können Ihr Sortiment schnell erweitern. Die Nachteile sind genauso real. Sie verlassen sich bei Lagerbestand, Verpackung und Lieferung auf andere, aber Ihr Kunde hält Sie verantwortlich.

Nachteile, mit denen Sie planen sollten

  • Fehler Ihres Lieferanten schaden Ihrem Ruf
  • Sie können die Ware vor dem Versand nicht prüfen
  • Andere Shops verkaufen oft dieselben Produkte, manchmal günstiger
  • Die Lieferung dauert bei Ware von außerhalb der EU oft Wochen
  • Kundenservice und Retouren übernehmen Sie selbst

Marge und Kosten, einfach erklärt

Ihre Marge ist das, was vom Verkaufspreis nach dem Einkaufspreis übrig bleibt. Das ist noch kein Gewinn. Ihre übrigen Kosten gehen noch davon ab, und die summieren sich schnell. Rechnen Sie vor dem Start pro Produkt nach. Nehmen Sie den Verkaufspreis ohne Mehrwertsteuer, ziehen Sie Einkaufspreis und Versandkosten ab und dann Ihren Anteil an den Kosten unten. Bleibt wenig übrig, erhöhen Sie den Preis, wählen Sie andere Produkte oder suchen Sie einen Lieferanten mit besseren Konditionen. Andere Shops bieten oft dieselben Produkte an, deshalb funktioniert ein reiner Preiskampf selten. Gute Beratung, klare Produktinformationen und schneller Service machen den Unterschied.

Kosten, die Sie einrechnen sollten

  • Einkaufspreis und eventuelle Auftragsgebühren des Lieferanten
  • Versandkosten des Lieferanten
  • Transaktionskosten pro Zahlung
  • Retouren und Erstattungen, einschließlich der ursprünglichen Versandkosten
  • Werbung, um Besucher in Ihren Shop zu holen
  • Ihr Shop-Abonnement und Ihre Domain
  • Einfuhrumsatzsteuer und Zoll bei Ware von außerhalb der EU

So finden Sie einen zuverlässigen Lieferanten

Ihr Lieferant bestimmt einen großen Teil des Einkaufserlebnisses Ihrer Kunden. Nehmen Sie sich also Zeit. Großhändler aus Ihrer eigenen Branche sind oft ein besserer Start als anonyme Anbieter auf großen Plattformen. Sie können sie anrufen, besuchen und klare Absprachen treffen. Halten Sie Lieferzeit, Gewährleistung und Retouren in einem Vertrag fest. Verkaufen Sie keine Fälschungen und lassen Sie sich bestätigen, dass die Produkte keine Markenrechte verletzen. Bei Lieferanten außerhalb der EU fragen Sie nach den technischen Unterlagen, die zeigen, dass ein Produkt den EU-Vorgaben entspricht.

Fragen an Ihren Lieferanten

  • Aus welchem Land versenden Sie, und wie lange dauert die Lieferung?
  • Können Sie in neutraler Verpackung versenden?
  • Wie gehen Sie mit Retouren und defekter Ware um?
  • Bekomme ich Produktdaten, Bilder und Lagerbestände automatisch?
  • Wer ist der Hersteller, und gibt es eine verantwortliche Person in der EU?
  • Gibt es für jede Bestellung eine Sendungsverfolgung?

Ihre Pflichten als Händler

Sie fassen die Ware nie an, sind aber trotzdem für Lieferung, Kundenservice und Produktsicherheit verantwortlich. Das sind die wichtigsten Regeln für den Verkauf an Verbraucher in Deutschland. Verbraucher können einen Onlinekauf innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt der Ware ohne Angabe von Gründen widerrufen. Fehlt die Widerrufsbelehrung oder ist sie fehlerhaft, verlängert sich die Frist laut Verbraucherzentrale auf bis zu 12 Monate und 14 Tage. Nach einem Widerruf erstatten Sie den vollen Betrag, einschließlich der ursprünglichen Versandkosten, innerhalb von 14 Tagen. Seit dem 19. Juni 2026 brauchen Onlineshops außerdem einen Widerrufsbutton, geregelt in § 356a BGB. Laut Verbraucherzentrale reicht ein klar beschrifteter Link, etwa „Vertrag widerrufen“. Er muss leicht zu finden sein und während der ganzen Widerrufsfrist verfügbar bleiben. Bei Mängeln haben Kunden Anspruch auf eine gesetzliche Gewährleistung von mindestens 2 Jahren, und zwar gegenüber Ihnen als Verkäufer, nicht gegenüber dem Lieferanten. Auch die Produktsicherheit liegt bei Ihnen. Nach der EU-Produktsicherheitsverordnung (GPSR), die seit dem 13. Dezember 2024 gilt, nennt ein Onlineangebot laut IHK den Hersteller mit Post- und E-Mail-Adresse, eine verantwortliche Person in der EU, wenn der Hersteller außerhalb der EU sitzt, die Produktidentifikation und gegebenenfalls Warnhinweise. Produkte wie Spielzeug, Elektrogeräte und persönliche Schutzausrüstung brauchen eine CE-Kennzeichnung.

Das zeigen Sie vor dem Bestellbutton

  • Ihren Firmennamen, Ihre Anschrift und Ihre Kontaktdaten
  • Den Gesamtpreis, einschließlich Versand und sonstiger Kosten
  • Die voraussichtliche Lieferzeit und das Versandland
  • Dass ein anderes Unternehmen die Ware liefert
  • Wie der Widerruf funktioniert, die Rücksendeadresse und wer die Rücksendung zahlt
Gut zu wissen
Dieser Ratgeber bietet allgemeine Informationen und ist keine Rechts- oder Steuerberatung. Regeln ändern sich. Prüfen Sie die aktuellen Vorgaben bei offiziellen Stellen oder fragen Sie einen Berater.

Ware von außerhalb der EU: Einfuhrumsatzsteuer, IOSS und Zoll

Viele Dropshipping-Lieferanten versenden von außerhalb der EU. Dann gelten zusätzliche Regeln, und Ihr Kunde sollte an der Haustür nie eine Überraschung erleben. Auf jede Einfuhr in die EU fällt Einfuhrumsatzsteuer an. Für Sendungen bis 150 Euro gibt es den Import One-Stop-Shop (IOSS). Damit berechnet der Verkäufer die Mehrwertsteuer des Kundenlandes schon an der Kasse und meldet sie in einer monatlichen Erklärung, sodass bei der Einfuhr keine Steuer mehr fällig wird. Verkäufer von außerhalb der EU brauchen dafür einen Vertreter in der EU. Ohne IOSS wird die Steuer bei der Einfuhr erhoben, und ein Paketdienst kann für die Zollanmeldung eine Servicegebühr berechnen. Verbrauchsteuerpflichtige Waren wie Alkohol und Tabak sind ausgenommen. Auch beim Zoll hat sich etwas geändert. Laut dem Europäischen Verbraucherzentrum Deutschland gilt seit dem 1. Juli 2026 eine Zollpauschale von 3 Euro pro Warenkategorie für Sendungen bis 150 Euro. Ein Paket mit Waren aus zwei Kategorien kostet also 6 Euro. Maßgeblich ist der Zeitpunkt der Einfuhr, nicht der Bestellung. Die Regel ist als Übergangslösung bis zur Zollreform gedacht.

Bevor Sie importierte Ware verkaufen

  • Fragen Sie Ihren Lieferanten, woher die Ware kommt und ob er IOSS nutzt
  • Zeigen Sie Preise inklusive Mehrwertsteuer und möglicher Einfuhrkosten
  • Sagen Sie vorab, wenn Kunden bei der Lieferung etwas zahlen müssen
  • Prüfen Sie die Zolltarifnummer Ihrer Produkte
  • Sprechen Sie vor größeren Importen mit einem Steuerberater
Gut zu wissen
Die Einfuhrregeln ändern sich gerade schnell. Dies ist allgemeine Information und keine Steuerberatung. Prüfen Sie die aktuellen Vorgaben beim Zoll oder Ihrem Finanzamt.

Einen Dropshipping-Shop mit SitePack starten

Mit SitePack richten Sie einen Onlineshop ohne technische Arbeit ein. Sie legen unbegrenzt viele Produkte an, mit Varianten mit eigenem Preis und Bestand, bestimmen Versandkosten pro Land und geben Rabatte. Zahlungen laufen über SitePack Payments mit Wero, Kreditkarten, PayPal, SEPA-Lastschrift, iDEAL und Bancontact. Links zu Ihren Rechtstexten, etwa AGB und Widerrufsbelehrung, erscheinen automatisch im Footer. Das Hosting liegt in der EU, mit SSL und täglichen Backups. Ein echtes Beispiel ist Pendlr, früher Kruitbosch, einer der größten Großhändler der Fahrradbranche. Mit der Pendlr-App verkauft ein Fahrradgeschäft das Pendlr-Sortiment, ohne Produkte von Hand einzugeben. Fahrräder, Teile, Bilder, Einkaufspreise und Bestände kommen automatisch für die Kategorien, die Sie wählen. Bestellt ein Kunde, geht die Bestellung als Dropshipment an Pendlr. Pendlr liefert direkt an Ihren Kunden, und die Sendungsverfolgung landet von selbst bei der Bestellung. Sie brauchen dafür ein Pendlr-Händlerkonto. Ein Onlineshop kostet ab 25 Euro pro Monat mit Starter, jährlich abgerechnet. Sie testen 14 Tage kostenlos, ohne Zahlungsdaten. Lieber bauen lassen? Wir bauen Ihren Shop einmalig für 750 Euro.

Ihre ersten Schritte

  • Starten Sie die kostenlose Testphase und wählen Sie ein Design
  • Legen Sie Versandländer und Versandkosten fest
  • Fügen Sie Ihre Rechtstexte und die Widerrufsbelehrung hinzu
  • Binden Sie Ihren Lieferanten an oder legen Sie Ihre Produkte an
  • Testen Sie eine Bestellung vom Checkout bis zur Lieferung

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